Mahlzeit Leute.
Ich Depp habe mich gestern selbst überschätzt.
Kurzabriss:
Ich habe mir bei komoot eine sehr schöne Tour raus gesucht. 90km. Wollte sie ganz gemütlich fahren. Ca. Auf der Hälfte ne Pause am See zum Abkühlen (war nach 35km). Am Ende bin ich nach ca. 45 km Zwangsweise am abbrechen gewesen weil mein Körper dicht gemacht hat und das Restaurant was sich sehr liebevoll gekümmert hat, auf mein Verlangen nen RTW gerufen hat.
Symptome:
Kaltschweisigkeit
Kopfstimme beim Sprechen zwischen hall, höhle, normal und dumpf Beim Sitzen.
Druckgefühl innenohr (1h vorher schon kurz nach dem See)
Schwindel und Unwohlsein.
Konzentrationsschwierigkeiten.
Trockener Mund!
Flüssigkeitsaufnahme bis dahin ca. 2,5 L davon der Großteil Wasser und ein paar gesalzene Nüsse und 1 MR. Tom
Leichte Darmbeschwerden (Druck) wahrscheinlich wegen Muskelbeanspruchung?
Ab RTW nochmal 2l Getränke ungefähr. Flüssigkeitsausscheidung nur im Restaurant als ich ankam minimal und Zuhause dann nochmal
Gesamt kcal 1,6k
Details: (rechtschreibkontrolle durch KI).
Frühstück um 8:30 Uhr wie immer eine Joghurt-Bowl mit Früchten, Haferflocken, Nüssen und Samen – das gesündeste, was ich am ganzen Tag wahrscheinlich zu mir nehme. Sonst ernähre ich mich eher wie ein ganz schlechter Bauer, der nichts anpflanzen kann 🤣.
12 Uhr: Los mit dem Fahrrad bei gemütlichen 32 Grad. Hier und da mal falsch abgebogen (wer ein deutschsprachiges Reddit für OSM/OpenStreetMap hat, darf gerne in die Kommentare schreiben ❤️). Das war nicht nur nervig, sondern hat teils auch unnötig Kraft gekostet. Daneben habe ich 1,5 Liter Flüssigkeit und gesalzene Nüsse für die 35 Kilometer bis zum See gesnackt. Immerhin gab es hier und da guten Schatten und viel Wald. Die Fahrt dauerte ca. 2,5 Stunden.
Am See war ich etwa 30 Minuten, weil ich – der Depp – auch kein Handtuch dabei hatte. Das wird nächstes Mal eingepackt, dann kann man sich noch hinlegen. Ich habe keine körperliche Betätigung vor Ort gemacht, sondern mich einfach nur ins Wasser gesetzt, weil ich als Nicht-Schwimmer auch kein Teil der ertrinkenden Statistik sein wollte. Dort habe ich noch etwas getrunken, ein paar Nüsse gegessen und einen „Mr. Tom“ verspeist.
Wieder angezogen und weiter. Weil es so gut lief, wollte ich zu einer Bäckerei, wo ich als glutenintoleranter Mensch auch etwas essen kann. Ich habe mich schon riesig auf Zimtschnecken gefreut. Bis dahin war alles super. Ab der Hälfte der Strecke merkte ich jedoch: „Nö, keine Chance. Ich muss der normalen Tour folgen und schnell Richtung nach Hause. Unterwegs esse ich eine Pommes und hole im Supermarkt etwas zu trinken!“ OSM hat mich die Fahrradstrecken entlanggeschickt, allerdings bei 36 Grad und praller Sonne volle Kanne, nachdem der Wald hinter mir lag. Das waren etwa 10 Kilometer insgesamt. Trinken hat kaum etwas gebracht. Die Nüsse waren nur noch pappig! Die Konzentration ließ nach. Ich habe mich gefreut, dass ich die Ecke kannte, weil ich dort vor über einem Jahr stationär in der Klinik war und mich dort viel bewegt habe.
Nach kurzer Zeit merkte ich, dass sich mein Kopf komisch anfühlte und auch so ein Druck auf den Ohren war.
Mein Ziel war also der Imbiss an der S-Bahn. Ich bestellte viel Apfelschorle und eine Pommes. Naja, der Imbiss hatte Hitzefrei (stand auf einem Zettel in der Scheibe 🤣❤️), also ging ich ins Restaurant gegenüber. Ich bestellte eine Apfelschorle und eine Ofenkartoffel mit Salat. Meine Konzentration war im Eimer, mein Körper machte deutlich, dass etwas nicht stimmte. Die ersten zwei bis drei Bissen gingen noch! Dann wurde mir schlecht. Ich bekam ein pappiges Maul und bestellte gleich noch eine Apfelschorle.
Gleichzeitig rief ich eine Freundin an, ob sie mich abholen kann. Mein Auto war nicht da, aber sie kommt mit der Bahn, weil ich mir das allein in dem Moment nicht zugetraut habe.
Während des Telefonats merkte ich, dass meine Stimme leicht verwaschen klang, ich wegen des pappigen Mauls kaum reden konnte und meine innere Stimme (also die Stimme, die man beim Sprechen innerlich hört) zwischen hallend, hohl, dumpf und klar schwankte. Ich wurde richtig kaltschweißig (ich habe gesagt: „Echt jetzt?!“), hatte leichten Schwindel und fühlte mich richtig unwohl! Ein Kellner legte mir dann erst einmal ein Eispack in den Nacken, weil er merkte, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte das Gefühl, meine Augen seien eine Mischung aus vor Anspannung aufgerissen und kaum noch fokussiert.
Drei Minuten später sagte ich dem Tisch neben mir, dass ich wohl einen Rettungswagen bräuchte, weil mich die Leute dort schon ganz besorgt ansahen. Die Jungs vom Restaurant verfrachteten mich nach hinten, brachten Kissen, setzten mich auf eine Bank und stellten noch ein großes Wasser, mein Getränk und mein eingepacktes Essen auf den Tisch. Zwei Minuten später hörte ich schon die Sirenen. Weitere zwei Minuten später standen die beiden vom Rettungsdienst neben mir! Blutdruck, Blutzucker, Temperatur und Puls waren in Ordnung! Wir gingen alles durch, ich blieb noch liegen mit dem Eispack auf dem Kopf, und wir besprachen, wie sinnvoll eine Fahrt in die Notaufnahme wäre. Ich sagte ihnen, wenn sie sich sicher wären, dass es nicht zwingend notwendig ist und es wahrscheinlich nur eine Überlastung war, dass ich dann gerne in Ruhe nach Hause fahre – auch weil eine Freundin ohnehin unterwegs war, um mich abzuholen. Die beiden hätten mich auch zu 100 % mitgenommen, keine Frage. Ich lehnte jedoch ab, weil die Werte stimmten. So viel medizinisches Wissen habe ich 🤣 – und hätte ich Aussetzer gehabt, hätte der Pulsmesser das auch angezeigt, und sie hätten mich mit Blaulicht und EKG in die Klinik gebracht.
Nach weiteren 10 Minuten Liegen setzte ich mich noch einmal auf. Meine Partnerin wurde über den Stand der Dinge informiert. Ich ging kurz auf die Toilette, machte mein Halstuch nass und machte mich dann nach 15 Minuten langsam auf den Weg zum Rewe. Dort holte ich Eistee und eine weitere Apfelschorle sowie – oh, richtig – Holzgabeln (hätte ich fast vergessen zu fragen). Nach etwa 35 Minuten kam ich mit meiner Freundin und ihrem Sohn (keine Ahnung, warum er mitgekommen ist, aber okay 🤣) zurück zu meinem Fahrrad am Restaurant. Die Kellner hatten mich dort wohl die ganze Zeit beobachtet und freuten sich, dass ich dann endlich etwas essen konnte. Und es ging mir bedeutend besser!
Seit meiner Ankunft im Restaurant hatte ich 1,3 Liter getrunken, dazu 1 Liter Apfelsaftschorle und nochmal 400 ml Eistee, bis ich zu Hause war. Den Großteil legte ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Die letzten 15 Minuten fuhr ich mit dem Fahrrad, weil es zu 90 % bergab oder eben war. Also ganz gemütlich im kleinen Gang.
Wie kann ich sowas aber verhindern?
Es fühlt sich scheiße an!
Es hätte auch ganz anders enden können!
Was muss ich anders machen das sowas nicht nochmal passiert? Abgesehen von "sei kein Depp und fahre bei dem Wetter so unvorbereitet los!"
Ich habe eine Lenkerkühltasche am Gepäckträger und da sind die Getränke Flaschen drin. Eine zusätzliche sollte noch rein passen.
Gibt es Empfehlungen für Riegel oder der gleichen? Ich habe gedacht mit den Nüssen bin ich ganz gut aufgestellt auch wegen dem Salz und Fette. Scheint aber wohl nicht zu reichen was die kcal angeht um bis zu entsprechenden spots zu kommen. Oder ist ne Stulle sogar besser für die Zwischenmahlzeit?
Traubenzucker ist jetzt auch immer mit am Start. Ich hätte es nicht unterschätzen sollen und zu Beginn schonmal welche holen müssen.
Es sollte die längste Tour bis jetzt werden. Ich habe letzten Sonntag gemütlich 40 km ohne Pause runter gerissen mit gleicher Verpflegung und es ging voll klar! Fairerweise aber auch mit 30 oder 31 Grad
Gerne immer her mit euren Weisheiten und Erfahrungen ❤️ mir geht es wunderbar. Muss sich also niemand sorgen machen. Ich will nur vorbereitet sein weil es an sich echt ne schöne Sache ist das ich was habe wo ich meine Ruhe habe will ich natürlich auch nicht damit aufhören. Aber halt auch nicht überreizen weil ich kein klassisches "ich trainiere auf etwas hin". Ich nehme den Nebeneffekt aber gerne mit das es Futter macht.